Warum erscheint uns Werbung im Fernsehen und im Radio eigentlich lauter als das restliche Programm? Tatsächlich greift man in den Audioetagen der Sender auf einen gewissen akustischen Trick zurück, um die Werbung lauter zu machen, als sie eigentlich ist. Hä? Setzen. Zuhören. Werbung dient, das ist eine Binsenweisheit, dazu da, zu verkaufen. Trotzdem muss dieses allgemeine Wissen an den Anfang der Begründung gestellt werden. Denn das Klangphänomen geht genau darauf zurück, dass die Reklame ihren Primärzweck erfüllt, nämlich: möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um ein Produkt zu verkaufen. Und da hilft es durchaus, lauter zu sein als das eigentliche Fernsehprogramm (wobei bei manchen Fernsehsendern der Eindruck entsteht, sie existierten nur um der Werbung willen, während die Programmpunkte nur Rechtfertigungen für die Existenz der Werbeblöcke darstellen). Doch wenn die Sender ohnehin bis an die technisch möglichen Lautstärkegrenzen gehen, was macht man dann, wenn man seinen Reklameclips den aufmerksamkeitswirksamen Lautstärkeschub zu verleihen? Nun, es gibt da eine Lösung, im Prinzip sogar mehrere. Die Sache ist nur, dass es zu Verzerrungen und Kompressionen kommt, wenn man das Tonsignal lauter macht, als das Medium zulässt. Das heißt, es gehen Elemente der Aufnahme verloren, und das einzige, was dazukommt, sind Störgeräusche. Außerdem gleicht sich die leisesten und die lautesten Ausschläge der Lautstärke an, sprich: die Dynamik geht verloren. Das macht bei der Werbung weniger aus als in der Musik, bei deren Produktion diese Praxis leider auch übernommen wurde, damit sich die Tonträger besser verkaufen, wenn sie im Radio oder im mp3-Shop angepriesen werden – denn was lauter klingt, klingt für den Hörer im ersten Moment besser. Ein Schein, der trügt.
Der Klang der Werbung
August 5th, 2010 by admin
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